Dienstag, 7. Oktober 2008

Bangkok - der Moloch. Alles verschlingend. Gnadenlos. Korrupt. Dreckig. Und die Stadt mit dem längsten Ortsnamen der Welt. Das ist doch mal nen runder Abschluss. Unsere letzten Tage (4 um genau zu sein) verbrachten wir also in der Hauptstadt Thailands (wenn nicht gar Südostasiens). Offiziell mit 6 Millionen Einwohnern, inoffiziell mehr als 10 Millionen, von denen ziemlich viele ohne Meldung vom Land zugezogen sind - Tendenz steigend. Und so siehts da auch aus. Doch eins nach dem anderen. Der Transit von Ko Tao nach Bangkok lief ziemlich problemlos, die Fähre war wie gewohnt in Sauna und Eisfach geteilt und der Bus wie gewohnt ungenießbar ungemütlich. Was solls, sind ja nur 15 Stunden! Die aber leider in der letzten Reihe (Schlachtschiff-Feeling!), mit fünf Leuten. Ich am Fenster, oder besser am Rande der Erdenscheibe. Den zwischen mir und Fenster klaffte ne Lücke, über der mein Arm schwebte, Annäherungen ans Fenster (zwei Risse von Rechts nach Links) wurden durch zwei scharfe Kanten an Rücken und Schultern verhindert, so dass ich die meiste Zeit damit beschäftigt war, meine Halsschlagader vor dem Durchschnitt zu bewahren (ja, ich dramatisiere). Das dann auch noch Hitman 3 im Entertainment-Prgramm vorgesehen war, schmiss meiner aggressiven Stimmung natürlich nurnoch mehr Feuer ins Holz. Dementsprechend hätte ich die Schlepper (TukTuk und Taxis), die einen in Bangkok, wo man uns irgendwo rausschmiss (zwar in der Nähe) wo es nicht geplant war und das auch noch 2Std früher als angekündigt.. verkehrte Welt, am liebsten erwürgt. Denn die standen für alle Aussteigenden Spalier und laberten einen um kurz nach Vier am Morgen, inklusive am Arm zerren, voll. Ich hätt kotzen können. Hatte aber schon jemand vor mir getan. Denn in diesen Morgenstunden offenbarten sich auch gleich die Vorzüge von westlichen Partymachern in der Khaosan Road, der "Farang-Straße" in Bangkok, auf den Bürgersteigen. Wie schon in Chiang Mai begrüßte uns die Stadt also von ihrer dunklen, besten Seite. Zum Glück haben wir recht schnell nen Hotel gefunden, dass nen Nachtportier besaß (was beim angestrebten Guesthouse nicht so war, Grüße an Lisa :)). Also eingecheckt und erstma gepennt. Nix dolles, aber reicht für 4 Nächte. Der nächste Tag brachte erstma verdammt gutes für mich - ich war meinen Anzug anprobieren. Ein Traum aus Cord. Hab gleich noch einen rausgehandelt. Und der ist genauso geil geworden :D Dann haben wir uns nen TukTuk-Fahrer angelacht, den ich eigentlich nicht wollte, denn er köderte mit nem 20Baht (44cent)-Angebot für die Rundfahrt zu drei Sehenswürdigkeiten. Wir müssten nur kurz in einen kleinen Laden, uns zehn Minuten vollquatschen lassen, damit er nen Tankgutschein bekommt und dann weiter ("good for me, good for you!"). Ich konnte mich leider nicht genug gegen Danas Neugier für diese (bekannten) Maschen wehren, also saßen wir drin und losgings. Zunächst wars auch nett, er hat süß versucht mit uns zu quatschen und hat uns zu nem riesigen, 15m hohen Buddha aus Gold gefahren. Beeindruckend. Die zweite Sehenswürdigkeit war der "Lucky Buddha, Luck for you Madame, Luck for you Mister". Nicht wirklich beeindruckend. Witzig war ,dass nen thailändischer Englischlehrer gerade dort am beten war und sich unserer annahm. Also haben wir nen kleinen Kurs im buddhistischen Beten bekommen. Auch nach dem er 3x erzählte, er sei Englischlehrer fragte Dana noch "which Subject?", naja, ich hab ihr auf die Füße getreten. Aber das machte eindrucksvoll klar, warum die hier so grottenschlecht Englisch sprechen ;)
Dann gings in den tollen Laden. Zehn Minuten. Nagut, Interesse geheuchelt, sich volllabern lassen, über den völlig überhöhten Preis (war ein Schneider) schmunzeln, sich beschimpfen lassen und wieder rausgehen. Ich war etwas ungehaltener als Dana und so kams auch, dass ich unsern TukTuk-Fahrer erstmal vollmotzen musste, als er (unabgesprochen!) noch nen zweiten Laden ansteuern wollte. Inzwischen hab ichs ganz gut drauf, Starrköpfigkeit rabiat zu erwidern. Danach hat er auch nich mehr mit uns geredet und is noch schlimmer gefahrn, als vorher. Naja, jedenfalls warn wir dann bei unserem Ziel: dem Königspalast. Blöd nur, dass wir gerade jetzt unseren ersten richtigen Monsunregen erleben durften.. raus aus dem TukTuk mussten wir trotzdem und haben uns dann an son kleines Karten-Häuschen gepresst. Allerdings hörte es nicht auf und so rannten wir zu ner Bushaltestelle. Warn Bild für die Götter. Alex unter lauter hochguckenden Thais (zwei Köpfe größer). Sinn hats jedenfalls nicht gemacht, das Gebiet des Palastes zu besichtigen. Also konnten wir gleich den Rückweg antreten. Den Rest des Tages sollte es aber nicht mehr aufhören. Okay, also sind wir nur nen bisschen (hust) shoppen gegangen und in den Gängen von Bangkok (Wucherbauweise: verdammt viel ist überdacht) umhergestreift. Shoppen.. ja, das ist hier so ein Ding. Die Khaosan Road ist voll von Ständen, wo man alles (auch deutsche Personalausweise und Führerscheine) bekommt. Die haben wir nicht gekauft, aber so einige andere Dinge ;) Am nächsten Tag haben wirs dann auch zum Königspalast geschafft, bei bestem Sonnenschein und ich kann nur sagen: ich war verdammt beeindruckt. Zwar gings mir nen bisschen wie in Sukothai, aber es ist einfach eine hammermäßige Anlage. Schwer zusammenzufassen. Wie Bangkok im allgemeinen eigentlich. Sind noch durch die Gegend gestreift und haben uns nen Wat, der das Wahrzeichen Bangkoks ist, angesehn (mörderische Treppen), dazu kam noch nen riesiger liegender Buddha (letzte Stufe vorm Übergang ins Nirvana) aus Gold und Perlmutt und so einige Straßen und verwirrende Gassen. Bangkok is einfach too much. Aber eben auch mit einzigartigen Sehenswürdigkeiten. Den nächsten Tag haben wir uns nach Chinatown gewagt (nachdem ich auch meinen tollen zweiten Anzug anprobiert und mitgenommen hab). Dem wohl dreckigsten, lautesten, smogverseuchten Viertel der Stadt. Mehr möcht ich dazu garnich sagen. Der Straßenmarkt war sowas wie nen öffentlicher Baumark mit Dildoabteilung. Furchtbar. Aber wir haben ne Menge hässliche Seiten der Stadt gesehen. Ist doch auch was. Insgesamt also nich so mein Ding. Am letzten Abend haben wir noch Rafa wiedergetroffen und uns noch nen paar Läden in der Khaosan Road von innen angesehen. Hat sich auch nich gelohnt und so war ich umso froher, am nächsten Tag im Airport-Shuttle zu sitzen. Neben einer Italienerin, die in Ecuador aufgewachsen ist, dort auf eine deutsche Schule ging, in Argentinien Kunst studiert hat und nun in Indien lebt. Da sag noch mal einer, man wär Globetrotter. Soweit lief alles ziemlich problemlos, bis wir im Flugzeug saßen, eigentlich starten sollten, uns aber der Steward mit erstickender Stimme sagte, dass wir das Flugzeug "due to technical problems" wechseln müssten. Na super. Unsere Anschlusszüge warn schon verdammt knapp berechnet. Zwei Stunden später warn wir in der Luft (man gut, das Bangkok der Hauptort von Thai ist, wer weiß, von wo die sonst hätten nen Flieger besorgen müssen). Diesmal gabs sogar vier Filme, als krönenden Abschluss des Niveausturzflugs: Indiana Jones 4. Ich hab mich herrlich amüsiert. Aber leider warn wir 1Std und 45Min zu spät und der Zug somit weg. Nen Mietwagen bekommt man in Deutschland mit einem Internationalen Führerschein leider nicht (überall, nur in Deutschland nicht gültig-höhö), also haben wir Thai-Airways nen Hotelgutschein aus den Rippen geschnitten: Sheraton, fünf Sterne. Immerhin. ;) Was für eine Umgewöhnung! Deutschland, du hast uns wieder: Überregelte Abläufe, starre Bürokratie, aber ein Staaaaaaaaandart. Uiui. Nett, nett. Ich hab mir dann nen Zug für 7.40Uhr rausgesucht. Man will ja auch mal ankommen, gell. Vorher hab ich mir aber das Frühstück gegönnt und zwar soviel, dass ich fast alles da gelassen hätt: Alle Cornflakes, Kuchen, Mohnschnecken, Pfannkuchen, Brötchen, Rührei, Baked Beans, Frühlingsrollen, Nürnberger Rostbratwürstchen, Bacon, Getränke und wat nich alles. Wenn man von den Schlipsträgern schon wie nen Alien angeglotzt wird, dann sollt man sich auch so verhalten! Herrlisch. Dann war ich irgendwann Zuhaus. Und ein Fazit für die ganze Tour lässt glaub ich noch auf sich warten. Erstmal muss ich richtig angekommen, denn nun führt mich meine nicht-vorhandene Mission ja ins Land der Helvetier, ihr wisst schon, zu denen, die ständig versuchen, Äpfel von irgendwelchen Köpfen zu schießen und aus Schokolade und Käse Uhren und Taschenmesser produzieren!

Ich hoff, das Blog (nachgeschlagen!) hat euch soviel Spaß gemacht, wie mir, auch wenn ich mich nicht immer kurz gefasst hab ;)... ich überlege übrigens, ob ich für unsere Söldner so eine Art kleinen "Heimatblog" aufmache und euch nen bissl aus dem normalen Leben in Deutschland/Bamberg erzähle, schwer subjektiv natürlich. Vielleicht könntet Ihr dazu mal nen Kommentar lassen. Damit ichs nicht umsonst anfange :) Ist bisher nur sone Idee..

Montag, 6. Oktober 2008

So, hier also mal ein paar (wenige) Bilder, direkt zu ihrem Text.. der Bericht aus Bangkok folgt in den nächsten Tagen. Viel Spaß.